Kanu-Drachenboot
Immer größerer Beliebtheit erfreut sich auch in Neuruppin der Drachenbootsport. Anfang April verkünden laute Trommelschläge den Trainingsbeginn zum am ersten Maiwochenende stattfindenden Drachenbootrennen. Das Neuruppiner Drachenbootrennen wird heute in einem Atemzug mit dem Mai- und Hafenfest der Fontanestadt benannt. Es ist fester Bestandteil dieses Festes geworden und aus dem Neuruppiner Sportkalender nicht mehr wegzudenken. Mit dieser Veranstaltung blickt der Kanuverein auf eine nunmehr achtjährige Tradition zurück, die sich bei regionalen und überregionalen Mannschaften wachsender Beliebtheit erfreut.
Mehrere hundert Sportler widmen sich dieser Sportart. Für die Fontanestadt Neuruppin startet das ,,Team Neuruppin" mit derzeit 40 aktiven Sportlern.
Weitere interessierte Sportlerinnen und Sportler können jederzeit an einer Trainingseinheit teilnehmen. Kontaktiert uns jetzt!
Allgemeines zum Drachenboot
Drachenboote sind offene Boote mit einem langen, leicht gekrümmten Kiel. Ihr Rumpf ist typischerweise ohne Spanten und Luftkästen gebaut, Antrieb erfolgt durch Paddel. Drachenboote sind so gestaltet, dass sie durch Bemalung bzw. Schnitzarbeiten und einen dekorativen chinesischen Drachenkopf und -schwanz einen stilisierten Drachen darstellen.
Folgende Bootstypen können grob unterschieden werden:
- - Traditionelles chinesisches Drachenboot
- - Hong-Kong-Drachenboot
- - Singapur-Drachenboot
- - Internationales IDBF Renn-Standard-Drachenboot
- - Europäisches EDBF-Standard-Drachenboot
Der in den Verbänden organisierte Wettkampfsport verzeichnet seit den 1990er Jahren eine zunehmende Professionalisierung und Reglementierung. Dieser Prozess wurde insbesondere durch die Gründung von Vereinen und deren Organisation in Verbänden vorangetrieben. So wurde beispielsweise 1994 durch die IDBF Standards für Renn-Drachenboote und durch die EDBF Standards für Renn-Drachenboot-Paddel festgelegt.
In Deutschland haben sowohl der Deutsche Drachenboot Verband (DDV) als auch der Deutsche Kanu-Verband (DKV) eigene Wettkampfbestimmungen verabschiedet, die die Durchführung von Wettkämpfen innerhalb des jeweiligen Verbandes regeln, sich im Kern aber nur wenig unterscheiden. Beide Verbände organisieren eigene Deutsche Meisterschaften und Landesmeisterschaften.
International richtet die IDBF seit 1995 alle zwei Jahre die ,,World Dragon Boat Racing Championships" (WDBRC) für die besten Teams eines Landes aus. In den Jahren zwischen den Weltmeisterschaften werden die IDBF Club Crew World Championships (CCWC) für die besten Vereinsmannschaften ausgetragen. Den gleichen Rhythmus haben seit 2005 auch die Welttitelkämpfe der ICF, die im Wechsel für Vereins- und Nationalmannschaften stattfinden.
Ziel der Wettkämpfe ist es, eine bestimmte Strecke so schnell wie möglich zu bewältigen. Als Streckenlängen haben sich 200/250 m (Sprint), 500 m (Kurzstrecke), 1000 m/2000 m (Mittelstrecke) sowie 3000-10000 m (Langstrecke) etabliert. Bei Breitensportveranstaltungen und Traditionsrennen sind die Strecken in der Regel nicht normiert. Wettkämpfe werden häufig auf den bereits existierenden Regattastrecken für den Kanu- und Rudersport oder auf geeigneten Wasserflächen in der Nähe von Innenstädten ausgetragen.
Sowohl die IDBF als auch die ICF unterscheiden folgende Mannschaftsklassen: Open (Herren), Woman (Frauen) und Mixed. Zudem unterscheiden die Verbände noch Altersklassen.
Die Stechpaddel bestehen aus Paddelblatt, Schaft und Knauf. Die Blätter unterscheiden sich in Länge und Breite. Der Schaft verbindet das Blatt mit dem Knauf. Beim Knauf am oberen Ende des Schaftes unterscheidet man zwei Griffarten, den Spatengriff (T-Griff) und den Palmgriff. Die Palette der beim Stechpaddel verwendeten Materialien reicht vom konventionellen Holz bis hin zu modernen Materialien wie Aluminium/Kunststoff oder Carbon. Im Wettkampfsport ist die Länge der Paddel genauso reglementiert wie die Form und Breite des Paddelblatts.
Die Besatzung eines Drachenbootes besteht aus Paddlern, die paarweise auf Bänken nebeneinander sitzen und mit Stechpaddeln das Boot vorwärts bewegen. Ein Trommler im Boot nimmt den Rhythmus des vordersten Paddlerpaares (,,Schlagreihe oder Schlagleute") auf, sorgt mit seinen Schlägen für einen gleichmäßigen Takt aller Paddler im Boot und motiviert die Paddler durch Zurufe, ihr Bestes zu geben. Der Steuermann steht im Heck und steuert das Boot mit einem Langruder.



